Förderung für Ihre Gründung

Überblick über die Programme, die Ihre Existenzgründung unterstützen

Es gibt unterschiedliche Fördermöglichkeiten, um Existenzgründungen zu unterstützen. Ich geben Ihnen hier einen kurzen Überblick:

Beratungsprogramm Wirtschaft NRW

Existenzgründungsberatungen können in Nordrhein-Westfalen über das „Beratungsprogramm Wirtschaft NRW“ gefördert werden.

Für betriebswirtschaftliche Beratungen, die zur Vorbereitung der Existenzgründung dienen, gewährt das Land NRW einen Zuschuss, der sich am Vorhaben und der Höhe des Honorars orientiert:

Existenzgründungsberatungen

Maximal 4 Tagewerke (1 Tagewerk = 8 Beratungsstunden)
50 % des Netto-Beratungshonorars bzw. max. 400,- € pro Beratungs-Tagewerk
Der maximale Zuschuss für die Beratung beträgt 1.600,- €!

Nachfolgeberatungen

Maximal 6 Tagewerke (1 Tagewerk = 8 Beratungsstunden)
50 % des Netto-Beratungshonorars bzw. max. 400,- € pro Beratungs-Tagewerk
Der maximale Zuschuss für die Beratung beträgt 2.400,- €!

Die Umsatzsteuer ist im Rahmen des Programms nicht bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen (Kleinunternehmerregelung) förderbar.

Ausgeschlossen sind reine Rechts- und Steuerberatungen.

Der Beratungszuschuss muss vor Aufnahme der Beratung bei einer zugelassenen Kontaktstelle beantragt werden!

Mit der Beratung darf erst begonnen werden, wenn das Land eine entsprechende Zusage erteilt hat. Dies dient u. a. der Sicherheit des Beratungskunden, sollten im Programm aktuell keine Mittel vorhanden sein oder andere Gründe gegen eine Beratung sprechen.

Die Beratung muss nach Erteilung einer Zusage innerhalb von 3 Monaten durchgeführt und abgeschlossen werden.

Der Kunde muss das Beratungshonorar zunächst in voller Höhe bezahlen! Der Zuschuss kann anschließend unter Vorlage des Zahlungsnachweises beim Land NRW abgerufen werden!

Fragen Sie mich. Ich gebe Ihnen gerne Auskunft über die Voraussetzungen für eine Förderung.

Gründung aus der Arbeitslosigkeit

Förderungen der Arbeitsagentur und der Jobcenter

Für Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit stehen unterschiedliche Fördermöglichkeiten zur Verfügung.

Egal ob Sie Arbeitslosengeld I oder II beziehen, in beiden Fällen können Anträge auf Gründungsförderung bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter gestellt werden. Es handelt sich bei den unten genannten Leistungen um eine „Kann“-Leistung (Ermessensleistung). Es gibt keinen Rechtsanspruch auf diese Leistung! Die Förderung einer Selbständigkeit ist also nicht verpflichtend, sondern kann vom Amt auch abgelehnt werden.

Voraussetzung für eine Existenzgründung ist bei der Arbeitsagentur oder beim Jobcenter immer eine ausreichende fachliche und kaufmännische Qualifikation, vorzugsweise in Kombination mit einer entsprechenden Berufserfahrung.

Eine Beantragung der im Folgenden genannten Förderung muss immer VOR Aufnahme der Selbständigen Tätigkeit erfolgen. Sie sollten immer die Genehmigung der Arbeitsagentur bzw. des Jobcenters abwarten, bevor Sie zur Tat schreiten. Gründen Sie einfach so, kann dies zur sofortigen Einstellung der Leistungen führen!

Informieren Sie sich immer vorab und direkt bei Ihrer Sachbearbeiterin / Ihrem Sachbearbeiter über die Möglichkeiten und Voraussetzungen einer Gründungsförderung.

Förderung im ALG I

Wie wird gefördert?

Die Arbeitsagentur fördert Existenzgründungen über den so genannten „Gründungszuschuss“! Dies ist die Weiterzahlung des aktuellen Arbeitslosengeld-Anspruchs für (max. 6 Monate). Zusätzlich wird ein Zuschuss von 300,- € gezahlt, da Sie mit Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit verpflichtet sind, die Sozialversicherungsleistungen  (Kranken- und Pflegeversicherung, Rente, Arbeitslosenversicherung, …) selbst zu tragen.
Nach Ablauf der 6 Monate gibt es die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen, um den Zuschuss für weitere 9 Monate zu verlängern.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Sie müssen im Leistungsbezug sein und Arbeitslosengeld I erhalten.

Am Tag der Gründung müssen Sie noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Leistungen haben. Anders ausgedrückt: Sie müssen mindestens ein halbes Jahr vor Ablauf Ihres Arbeitslosengeldes gründen, wenn Sie eine Förderung erhalten möchten.

Sie verfügen über die notwendigen fachlichen und kaufmännischen Kenntnisse für Ihre Gründung und können diese belegen.

Die selbständige Tätigkeit wird hauptberuflich ausgeübt (= mindestens 15 Stunden pro Woche und keine überwiegend andere Beschäftigung).

Sie legen ein aussagefähiges Unternehmenskonzept (Businessplan) inklusive einer umfassenden Finanzplanung vor!

Die Tragfähigkeit Ihrer Gründung wird von einer fachkundigen Stelle (i. d. R. die zuständige Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer) bestätigt.

Die Anmeldung beim Gewerbeamt oder Finanzamt kann auf Anforderung vorgelegt werden.

Wenn Sie in der Vergangenheit bereits selbständig waren, muss die Aufgabe Ihrer vorhergehenden Selbständigkeit mindestens 24 Monate zurück liegen.

Bitte beachten Sie, dass die Arbeitsagenturen Sie in vielen Fällen verpflichten, vor der Gründung ein Existenzgründungs-Seminar zu besuchen!

Förderung im ALG II (Hartz 4)

Wie wird gefördert?

ExistenzgründerInnen kann das Einstiegsgeld als monatlicher Zuschuss zur Unternehmensführung gewährt werden (§ 16 b SGB II). Das Einstiegsgeld beträgt 50 % der ALG II Regelleistung. Ist der Antragsteller mindestens 2 Jahre arbeitslos, erhöht sich das Einstiegsgeld um 20 % der ALG II Regelleistung. Besteht die Bedarfsgemeinschaft aus mehreren Personen, kommen pro Mitglied der Bedarfsgemeinschaft weitere 10 % der ALG II Regelleistung hinzu. Der monatliche Zuschussbetrag erhöht sich entsprechend. Maximal beträgt der Zuschuss 100 % der ALG II Regelleistung pro Monat. Das Einstiegsgeld kann jeweils für einen Zeitraum von 6 Monaten beantragt werden. Folgeanträge müssen mindestens 4 Wochen vor Ablauf des Einstiegsgeldes gestellt werden.

Zusätzlich kann ein Investitionszuschuss bis zu 5.000 € beantragt werden. Der Finanzierungsbedarf muss in einem Unternehmenskonzept begründet und im Investitionsplan aufgeschlüsselt werden. Mit dem Investitionszuschuss werden einmalige Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung des Unternehmens (Büro- und Geschäftsausstattung, Maschinen, Geräte, Fahrzeuge, Werkzeug, Material- und Warenlager) gefördert. Nicht gefördert werden Qualifizierungsmaßnahmen, Prüfungen, Beratungsleistungen, Coaching und laufende Betriebskosten!

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Sie müssen im Leistungsbezug sein und Arbeitslosengeld II erhalten.

Sie sollten die geplante Existenzgründung frühzeitig mit Ihrer Fallmanagerin / Ihrem Fallmanager besprochen haben. Das Jobcenter sollte frühzeitig von der geplanten Existenzgründung in Kenntnis gesetzt werden.

Sie verfügen über die notwendigen fachlichen und kaufmännischen Kenntnisse für Ihre Gründung und können diese belegen.

Die selbständige Tätigkeit wird hauptberuflich ausgeübt (= mindestens 15 Stunden pro Woche und keine überwiegend andere Beschäftigung).

Sie legen ein aussagefähiges Unternehmenskonzept (Businessplan) inklusive einer umfassenden Finanzplanung vor!

Ihr Antrag wird anschließend sowohl von Ihrer Fallmanagerin / Ihrem Fallmanager begutachtet und bewertet als auch einer übergeordneten internen Prüfung unterzogen. Ihr Antrag und Ihr Unternehmenskonzept sollte daher so aussagekräftig sein, dass es auch von Personen verstanden wird, die Sie nicht persönlich kennen.  

Bitte beachten Sie, dass es regional unterschiedliche Vorgehensweisen bei den Jobcentern geben kann. Fragen Sie daher frühzeitig nach den geltenden Regelungen!

Außerdem werden die Jobcenter Sie in vielen Fällen verpflichten, vor der Gründung ein Existenzgründungs-Seminar zu besuchen!

Öffentliche Darlehen

Investitions- und Betriebsmitteldarlehen für Ihre Gründung

Auch „kleine“ Existenzgründungen sind in der Regel so kapitalintensiv, dass eine Finanzierung der Anlaufinvestitionen über ein Darlehen notwendig wird.

Für Existenzgründungen stellen die KfW (Bank des Bundes) und z. B. die NRW.Bank (Förderbank des Landes NRW) diverse Darlehensprogramme zur Verfügung.

Finanziert werden sowohl Investitionen in die Ausstattung des Unternehmens (Investitionskredit) als auch eine Finanzierung der laufenden Kosten (Betriebsmittelkredit) in den ersten Monaten des Unternehmens.

Welches Programm das richtige ist, muss anhand des Vorhabens und der zu finanzierenden Summe geprüft werden.

Wichtig:

Diese öffentlichen Darlehensprogramme können nicht direkt bei der KfW oder der NRW.Bank beantragt werden!

Der Antrag muss bei einer sogenannten „Hausbank“ erfolgen. Hausbank kann dabei jede beliebige Geschäftskundenbank sein.

Zu empfehlen sind dabei eher lokale Banken (Sparkassen und Genossenschaftsbanken), die die Verhältnisse vor Ort kennen und ihre Entscheidungen noch vor Ort treffen.

Natürlich kann man entsprechende Anträge auch bei Großbanken stellen. Diese fällen Entscheidungen oft nicht mehr direkt vor Ort, sondern in zentralisierten Existenzgründungsabteilungen.

Nehmen Sie Kontakt zu mir auf, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben!